Sandwunden

Nichts bleibt.

Leander Linnhoff

2/24/20261 min read

Sandwunden

In der Abendkühle stehen wir.

Zwei einsame Gestalten vor rauschender Endlosigkeit.

Ebbe setzt ein.

Die gefüllten Priele laufen leer,

Ströme aus Salz,

Tränen,

die wie Blut und Eiter

aus alten Wunden fließen.

Unsere Wunden.

Weißt du noch?

Durchwachte Nächte.

Fieberstirnen kühlen.

Schlaflos.

Gebrochener Stolz.

Leere Taschen.

Selbstzweifel.

Hunger.

Verlorene Gesichter.

Verlorene Träume.

Vergänglich.

Mit dem Wasser fließen sie

zurück in das Grenzenlose.

Du hältst meine Hand.

Der Blick geht in die Ferne.

Blau rauschende Ewigkeit.

Die Flut wird die Priele verwischen,

neue Rinnsale schaffen.

Unsere Fußspuren verweht

der Wind.

Spuren im Sand

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